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Mit einer Anzeige des Bienenvereins fing vor drei Jahren für Harald Nathaus der Lehrgang zum Imker an. Diese Idee war ihm zwar nicht neu, doch als unter dem Motto „Rent a bee“ Jungimker gesucht wurden, zögerte er nicht lange.
„Im ersten Jahr wurde mir ein Bienenvolk, Zubehör und das entsprechende Wissen von Seiten des Fördervereins für Bienenzucht und Imkernachwuchs zur Verfügung gestellt“, erzählt Harald Nathaus. Ob er danach weiter machen wollte, stand für ihn außer Frage. „Es ist eine faszinierende Sache und ich habe auch noch richtig nette Leute kennen gelernt.“ Heute besitzt er zwei Wirtschaftsvölker und ist mit Freude bei der Sache, was sich nicht zuletzt auch an den Namen für seinen Blütenhonig zeigt. „Bienenfleiß“ und „Die Süße des Sommers“ zieren die hübschen Etiketten seiner Honiggläser. Sommer- und Winterbienen Geerntet wird zweimal jährlich, pro Ernte und Volk ergeben sich jeweils 20 Kilogramm Honig. Im Sommer besteht ein Volk aus 40.000 bis 50.000 Bienen, darunter befinden sich einige hundert Drohnen, der Rest sind Arbeiterbienen und eine Königin. Zum Winter hin reduziert sich das Volk auf 10.000 bis 15.000 Bienen. Sommerbienen werden im Schnitt nur vier bis fünf Wochen alt, Winterbienen hingegen leben einige Monate. Stockbienen und honigwaben Bienen besitzen einen separaten Honigmagen, dort wird der Nektartropfen, den sie aus Blüten saugen eingelagert und es kommen körpereigene Enzyme hinzu. Die Bienen fliegen dann in ihren Stock zurück und geben den Tropfen Nektar an die sogenannten Stockbienen ab, die ihn wiederum an andere weitergeben. Im Zuge dieser „Futterkette“ wird dem Nektar Wasser entzogen und körpereigene Fermente zugefügt. Die Bienen haben ein Gespür, wann der Wasseranteil optimal ist und lagern den Honig in den Waben im Bienenstock ein, wo er weiter reifen kann. Nach und nach werden die Zellen aufgefüllt, bis diese verdeckelt werden, d.h., auf jede sechseckige Wabe kommt ein Wachsplättchen drauf, das ebenfalls von den Bienen produziert wird. Ein Bienenstock besteht aus mehreren Ebenen, die Zargen genannt werden. In der oberen befindet sich der Honigraum, in dem die Waben zum Beispiel in elf Holzrahmen nebeneinander hängen, darunter liegen die Bruträume. Pro Rahmen ergeben sich bis zu zwei Kilogramm Honig. Natürliche Bedingungen Mit dem Entdeckelungsgeschirr nimmt der Imker die Wachsplättchen ab und die offenen Waben werden in einer Honigschleuder ausgeschleudert. Im Anschluss läuft der Honig zur Reinigung durch verschiedene Siebe und muss dann zwei bis drei Tage ruhen, damit die Lufteinschlüsse entweichen können und so entsteht auf der Oberfläche Schaum, der je nach Vorliebe mitgegessen oder entfernt wird. Der Höhepunkt für das Bienenvolk ist Anfang Juli schon überschritten. „Die Aufgabe des Imkers ist es, die Bienen so zu betreuen, dass sie unter natürlichen Bedingungen leben können und im Winter ist es wichtig, den Bienen so viel Futter zur Verfügung zu stellen, dass sie gut über den Winter kommen.“
Foto: © Stefanie Siegel