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Unter Segeln ins Glück
Ein Traum so alt wie die Menschheitsgeschichte. Das alte Leben einfach hinter sich lassen, Ballast abwerfen und die Welt umrunden. Vor Anker gehen, wo es einem gefällt. Für viele bleibt dieser Traum ungelebt, nicht so für Nathalie Müller und Michael Wnuk aus Düsseldorf. Sie wagten den Absprung und aus geplanten drei Jahren wurden sieben Jahre voller Glück, Freiheit und Abenteuer.
Nathalie und Michael kannten sich bereits seit Jahren und waren auch an Land ein gut eingespieltes Team. Michael war langjähriger Inhaber einer Werbeagentur, doch unaufhaltsam schlich sich bei ihm der Gedanke ein, „das kann es nicht gewesen sein. Nathalie arbeitete nach sechs Jahren Medizinstudium in der Abteilung für Unfallchirurgie in einem Neusser Krankenhaus. An langen deutschen Winterabenden philosophierte das Paar über seine Zukunft. Die Vorstellung eines gut situierten Lebens mit gefüllten Bankkonten verursachte bei beiden eher Unwohlsein als Genugtuung. In dieser Zeit absolvierten sie auch ihre ersten Segelkurse, charterten Yachten und schnupperten den Duft der großen weiten Welt. So kam es, dass sie sich in Stade die Iron Lady, 38 Fuß lang, zulegten. Danach folgten Probetörns auf der Nordsee, zwei Jahre lag die Lady aus Stahl im Ijsselmeer, Monate des Umbaus schlossen sich an. Viel Stauraum wurde für große Wasser- und Dieseltanks, Solarversorgung und Werkzeug benötigt. Unabdingbar auch eine gute Selbststeuerungsanlage und ein solides Dingi, das zur Not auch zur Rettungsinsel umfunktioniert werden konnte.
Die Lust am langsamen Reisen
Start der Weltumsegelung war der 30. Juli 2000, die Iron Lady verlässt den Hafen von Makkum in den Niederlanden. Ursprünglich waren drei Jahre vorgesehen und die Route war nur grob skizziert. Schnell fühlten sie sich auf den Weltmeeren zu Hause und entdeckten die Lust am langsamen Reisen. Über die Kanarischen Inseln erreichten sie die Kapverden und schwärmen noch heute von diesem Fleckchen Erde vor der Westküste Afrikas. Anschließend folgte die Atlantiküberquerung nach Trinidad / Tobago, daran schloß sich die Durchquerung des Panamakanals an und im Februar 2003 passierten sie die Galápagos- Inseln und gut drei Monate später Französisch-Polynesien. Im November 2003 erreichten sie Neuseeland und gut sieben Monate später fanden sie sich in Vanuata wieder. Papua-Neuguinea, Bali, Singapur, Andamanen, Malediven, Chagos, Seychellen, Madagaskar und Südafrika folgten in rund zwei Jahren auf See. Im Mai 2007 trat das Paar zusammen mit seinen Töchtern den Heimflug nach Deutschland an.
Glück zu viert
Tochter Maya wurde im Juni 2005 auf der Insel Penang in Malaysia geboren. Bereits zwei Monate vor der Geburt machten die zukünftigen Eltern auf der Insel fest und der Nestbautrieb konnte beginnen. Bereits drei Wochen nach der Geburt hieß es wieder Leinen los. Von Kindesbeinen an lernte Maya das Leben auf See kennen, spielte in den Marinas mit anderen Kindern und rollte bei 30 Grad und Sonnenschein ihre ersten Weihnachtsplätzchen im Salon des Schiffes aus. Zwei Jahre später wurde Tochter Lena in Südafrika geboren und das Glück zu viert war perfekt.
Logbuch
Ihr Buch „Meer als ein Traum nimmt den Leser mit auf einen spannenden und ungewöhnlichen Törn. Es erzählt über ihre unterwegs geleistete Arbeit, um die Reise überhaupt finanzieren zu können, über brenzlige Situationen, Angst vor Piraten, über das Zusammentreffen mit anderen Weltumseglern, die faszinierenden Begegnungen mit anderen Kulturen, über die Schönheit der verschiedenen Länder und natürlich über die überwältigende Freude über die Geburten ihrer zwei Töchter. Das Buch ist bereits in der zweiten Auflage im Delius Klasing Verlag erschienen. Auf ihrer Internetseite www.ironlady.de kann anhand des Logbuches und vieler Berichte samt Fotos diese außergewöhnliche und faszinierende Reise in voller Länge nachvollzogen werden.
© Nathalie Müller & Michael Wnuk